Dietmar Schmid

Dietmar Schmid
Geboren 1941 in Hayingen auf der Schwäbischen Alb, lebt jetzt in Essingen im Ostalbkreis. Bereits in jungen Jahren hat sich Dietmar Schmid für die bildenden Künste interessiert und erste Arbeiten bei Wettbewerben eingereicht. Auch während seines eigentlichen beruflichen Werdegangs als Ingenieur und Professor für Fertigungstechnik widmete er sich parallel der Malerei. Jetzt im Ruhestand ist die Steinbildhauerei hinzugekommen. Während die Ölmalerei weitgehend autodidaktisch entstand, hat sich Dietmar Schmid in Schorndorf mit einer Reihe von Künstlern und Künstlerinnen weiterentwickelt. Für die Bildhauerei ist er bei dem bekannten Bildhauer Christoph Traub in Schorndorf "in der Schule".

Malerei und Graphik: Ausgangspunkt der meist farbigen Ölbilder sind figürliche Darstellungen mit alltäglichen oder mit mythologisch-abstrakten Bezügen. Durch den Auftrag verschiedener Farbschichten, die wie eine Stapelung unterschiedlicher Ebenen erscheinen, erhalten die Bilder neben der vordergründigen Textur im Hintergrund Tiefe. Eine Vielzahl von Schichten wird mit Pinsel und Spachtel unter Einbeziehung des langsam verlaufenden Trocknungsprozesses aufgetragen. Dietmar Schmid geht es hierbei weniger um eine klar definierte Bildgestalt als vielmehr um die Darstellung von Zäsuren und um Vielschichtigkeiten, also um Abenteuer für ihn selbst und für den Bildbetrachter. Bei den graphischen Arbeiten werden meist mehrschichtig Kohlezeichnungen mit Tusche, Beizen, Aquarellstiften, Wachsen und Fettstiften kombiniert. Eine Besonderheit sind die Monotypien, bei denen durch rückseitigen Druck gegen flächig aufgetragene Farben Bildfragmente übertragen werden. Eine besondere Technik sind die Blindtastungen. Hier wird ein Aktmodell nicht durch das Betrachten und Abzeichnen vom Künstler, sondern durch „blindes“ Tasten und Begreifen in ein Bild transferiert. Die haptische Wahrnehmung der tastenden Hand liefert dabei die lokalen Bildelemente während über die kinästhetische Wahrnehmung, also über die Muskeln und Gelenke, die großen Bildformen generiert werden.

Bildhauerei: Hier ist auch der menschliche Körper der Kunstgegenstand. In Anlehnung an die Malerei und Graphik erfahren die Skulpturen Schnitte, Brüche, Verkrümmungen und haben auch unbearbeitete Stellen. So kann der Betrachter, wie bei den Bildern, seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Veröffentlichungen in:

"unser essingen" - Gemeindemagazin 2/17